Interview: Bisherige Corona-Learnings für Unternehmer

Rückblickend hat die Corona-Krise das Wirtschaftsgeschehen massiv beeinträchtigt und auch bei dem Blick in die Zukunft bleibt nach mehr als 10 Monaten Pandemie weiterhin Unsicherheit bestehen. Doch etwas ganz Entscheidendes ist jetzt anders: Wir sind um einige Erfahrungen reicher, die uns gestärkt auf das blicken lassen, was vor uns liegt. Gemeinsam mit Patrick Zimmermann, Firmenkundenexperte und Leiter des Firmenkundenbereiches Börsenstraße, beleuchten wir die Frage, welche Erkenntnisse Unternehmer aus dem vergangenen Jahr ziehen.

Herr Zimmermann, hinter uns liegt ein turbulentes Jahr. Die weltweite Corona-Pandemie hält Deutschland auch 2021 weiterhin in Atem.
Lassen Sie uns fast ein Jahr nach dem Ausbruch der Krise nun eine Zwischenbilanz ziehen: Welche drei Fähigkeiten sind es, die Mittelständlern im Verlauf des vergangenen Jahres dabei halfen, den Fortbestand Ihres Unternehmens zu sichern und Ihr Unternehmen widerstandsfähiger zu positionieren?

Zentrale Faktoren sind Anpassungsfähigkeit, Kreativität und Geschwindigkeit. Nicht erst seit der Corona-Krise sind das entscheidende Eigenschaften, die es Unternehmen ermöglichen, auf volatile Wettbewerbsbedingungen adäquat zu reagieren, ihr Handeln an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und so nachhaltig erfolgreich zu sein. Es gilt aktuell mehr denn je, ein Bewusstsein für die sich ändernden Kundenbedürfnisse zu entwickeln und das eigene Angebot an diesen veränderten Anforderungen auszurichten. Ob Modeunternehmen ihren Fokus auf die Produktion von Mundschutzmasken richten, Messebauer sich auf den Vertrieb von Plexiglas-Schutzwänden konzentrieren, oder die Gastronomie den Pick-Up-Service als neues Angebot etabliert: All das sind Beispiele, die zeigen, dass bei allen Herausforderungen, die die aktuelle Situation mit sich bringt, in bestimmten Bereichen auch unternehmerische Chancen entstehen.

Als Folge der Corona-Pandemie verlagern Verbraucher ihre Einkäufe zunehmend ins Netz. Wie erhält ein Unternehmen Unterstützung, wenn es seine Produkte digital anbieten möchte?

Wir freuen uns, in unserem Verbund mit der VR Payment einen starken Partner an unserer Seite zu haben, dessen Leistungsspektrum den Nerv der Zeit trifft. Denn, gerade in der aktuellen Zeit wird ein deutlich gestiegener Bedarf an digitalen Lösungen erkennbar: Viele Unternehmer stehen aktuell vor der Herausforderung, ihre Produkte und Leistungen in der digitalen Welt verfügbar zu machen. Gemeinsam mit unserem Partner ermöglichen wir unseren Kunden mit VR pay QuickCommerce einen kurzfristigen und unkomplizierten Einstieg ins E-Business. Ein großes Angebot bietet dabei sowohl Einsteigern, die noch keinen Onlineshop betreiben, als auch Onlinehändlern, die Bezahllösungen in ihren Onlineshop integrieren möchten, die passende Lösung.

 

 

Die Frankfurter Volksbank hat gerade die Videoberatung zum Kunden hin ausgebaut. Welche Erfahrungen haben Sie damit gesammelt?

Zunächst einmal ist die Zusammenarbeit und Philosophie der Frankfurter Volksbank in der Lebenspartnerschaft mit unseren Kunden natürlich stark regional verwurzelt und auf den persönlichen Kontakt ausgerichtet. Wir kennen und lieben als Berater den persönlichen Austausch mit unseren Kunden. Unsere Beratung war vor Corona stark auf das Präsenzgeschäft ausgerichtet, während wir ja im Servicegeschäft bereits seit Jahren eine Vielzahl an digitalen Lösungen anbieten.

Dass die Frankfurter Volksbank die Möglichkeit der Videoberatung ausgerollt hat, stellt besonders jetzt einen großen Vorteil in der Beratung dar: Mit unseren Kunden von Angesicht zu Angesicht in den Dialog gehen zu können und gemeinsam mögliche Lösungsansätze durchzusprechen, bereichert unsere Beratung enorm.

Viele unserer Kunden sind Freiberufler, kleine und mittelständische Unternehmen, die von der Corona-Krise natürlich hart getroffen wurden. Aufgrund der dramatischen wirtschaftlichen Folgen stellen Beratungsgespräche aktuell häufig auch besonders emotionale Situationen dar. Gerade hier erweist sich die Videoberatung als unheimlich wertvoll. Mit ihr überbrücken wir nicht nur die räumliche Distanz, wir gewinnen auch die Möglichkeit eine langjährige Nähe und Bindung zwischen Kunden und Beratern aufrechtzuerhalten.

Ich freue mich darüber, die Einführung der Videoberatung zu einem der Highlights des vergangenen Jahres zählen zu können und bin mir sicher: Auch in Zukunft wird die Videoberatung ein wertvoller Bestandteil unseres Beratungsangebotes sein und bleiben.

Den Trend hin zu weniger Barzahlungen gibt es bereits seit Jahren, die Corona-Krise beschleunigt ihn nun. Was raten Sie Kunden in der aktuellen Situation, wenn es um Investitionen in digitale Zahlungssysteme geht?

Auch wenn die Deutschen ihr Bargeld lieben – Kontaktloses Bezahlen erfährt in der Corona-Krise einen regelrechten Boom: Aufgrund der erhöhten hygienischen Sensibilität, hat sich das Zahlungsverhalten von Konsumenten enorm zugunsten kontaktloser Zahlungsweisen verändert. Ich kann nur jedem Kunden empfehlen, in diesem Bereich mit uns in den Dialog zu treten. Mit unseren Partnern im Genossenschaftlichen Verbund können wir Expertise, Produkte und Lösungen anbieten, Zahlungssysteme an die veränderten Konsumentenbedürfnisse anpassen und so eine schnellere Abwicklung des Zahlungsverkehrs ermöglichen.

Welche Rolle nimmt in der Corona-Krise Kundenzentrierung ein: Zahlt es sich gerade jetzt für Unternehmen viel mehr aus, besonders kundenzentriert zu agieren?

Kundenzentrierte Unternehmen richten ihr unternehmerisches Handeln konsequent an den Bedürfnissen, Erwartungen und Wünschen ihrer Kunden aus. So können sie schneller auf Veränderungen im Kundenverhalten reagieren, weil sie zuhören und entsprechend agieren.

Viele Unternehmer neigen oftmals dazu, Ihren Fokus primär auf die Steigerung der Absatzzahlen bewährter Produkte zu legen. Während diese Strategie für das alltägliche Geschäft geeignet erscheint, kann es in Zeiten der Krise verheerend sein, wenn die Kundenorientierung dabei verloren geht. Eine zentrale Frage, die sich daher Unternehmer gerade jetzt immer wieder stellen sollten, ist „Wie haben sich die Bedürfnisse meiner Kunden verändert?“.

Hinzu kommt, dass eine ausgeprägte Kundenzentrierung zu erfolgreichen Kundenbeziehungen führen und schließlich in einer höheren Kundenbindung resultieren kann. Die letzten Monate und Wochen haben deutlich gemacht, dass Stammkunden durch Krisenzeiten helfen und weiterhin für Umsätze sorgen können. So wurden beispielsweise Gutscheine zur späteren Einlösung gekauft und Alternativangebote wohlwollend akzeptiert. Nach der Corona-Krise wird es für Unternehmen mehr denn je darum gehen, Nähe zu ihren Kunden aufzubauen und mit ihnen ins Gespräch zu treten.

Welche weiteren vorbereitenden Maßnahmen können Unternehmer proaktiv für das Frühjahr treffen?

Der Verlauf der aktuellen Corona-Krise ist von einer hohen Geschwindigkeit und enormen Tragweite geprägt. So ist es als Unternehmer aktuell wichtiger denn je, einen Überblick über die Zahlen zu behalten. Die Erstellung einer fundierten Liquiditätsplanung wird in diesem Zusammenhang zum entscheidenden Faktor, um gut durch die Corona-Krise zu kommen.

VR Smart Guide hilft Unternehmern dabei, Buchhaltungsaufgaben und Finanzen immer im Blick zu behalten. Dabei unterstützt das Tool mit praktischen Tipps bei der Buchhaltung sowie der Finanzplanung und mit dem integrierten Liquiditätsplaner erhalten Unternehmer darüber hinaus Transparenz über einen möglichen Liquiditätsbedarf.

 

Auch das sogenannte Factoring gewinnt aktuell eine wachsende Bedeutung: Durch den Verkauf von Forderungen, können mittelständische Unternehmen ab einer Größe von etwa 500 TEUR Jahresumsatz Ihren Forderungsbestand besser steuern, Ihre Liquidität erhöhen und gleichzeitig das Ausfallrisiko teilweise delegieren. Auf diesem Wege wird die Unternehmensbilanz verkürzt, die Liquidität gesteigert und die Eigenkapitalquote verbessert.

Wenn Sie eine Prognose stellen sollten: Wie wird sich die Beziehung zwischen Bankberater und Kunden in Zukunft entwickeln?

(lacht) Eine Prognose wage ich in der aktuellen Situation nicht zu stellen, aber wenn ich einen Wunsch äußern könnte, dann wäre es eine Renaissance der Kunde-Bank Beziehung: Ich würde mir wünschen, dass unsere Kunden uns noch stärker in guten wie in schlechten Zeiten, als vertrauensvollen Partner an Ihrer Seite sehen und sie auch in Zukunft regelmäßig die Möglichkeit nutzen, mit uns im Dialog zu bleiben. Nicht nur die individuelle und bedarfsgerechte Beratung profitiert dabei, wir bleiben auch gemeinsam in vielen Situationen schnell handlungsfähig. So können wir Seite an Seite durch turbulente Zeiten gehen und uns dauerhaft wappnen, für das was da noch kommen mag.

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